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Hochbegabung im Vorschulalter

Die meisten praktischen Erfahrungen mit hoch begabten Kindern habe ich im Vorschulalter gewonnen. In diesem Alter fallen die Entwicklungsvorsprünge der Kinder besonders deutlich auf.
Am auffälligsten dabei ist ihre Sprache. Sie verfügen über einen reichhaltigen Wortschatz und beherrschen schon früh den korrekten Satzbau. Selbst wenn sie erst spät mit dem Sprechen beginnen, schreitet ihre Sprachentwicklung sehr schnell voran.
Viele von ihnen entwickeln recht früh ein großes Interesse für Buchstaben und Zahlen und können nicht selten vor Eintritt in die Schule lesen, schreiben und rechnen.
Auffallend ist auch ihre große Wissbegierde, die zu ständigem Fragen und Hinterfragen von Dingen und Menschen führt.
Ihre schnelle Auffassungsgabe und ihr gutes Gedächtnis weisen auf eine gut funktionierende Informationsverarbeitung hin.
Ihre Interessen können sehr vielfältig sein, was besonders für die hochbegabten Mädchen zutrifft. Manche begabten Jungen spezialisieren sich früher als andere und werden z.B. Dino- oder Geierexperten.
Oft sind sie mit ihrem Wissen den anderen Kindern gegenüber um Jahre voraus; ihr "Kopfalter" ist nicht ihr "Kalenderalter". Deshalb spielen sie auch am liebsten mit älteren Kindern oder mit Erwachsenen. Gleichaltrige verstehen sie oftmals nicht und begabte Kinder können nicht verstehen "warum sich keiner für ihre Interessen" interessiert.
Da sie in der Regel sehr sensibel sind, fühlen sie sich durch ablehnendes Verhalten, in ihrem Selbstwert verletzt. Nicht selten ziehen sich diese Kinder dann zurück und spielen für sich allein, was sie auf Grund der vielen Interessen auch hervorragend können. Ein Grund zum Rückzug kann aber auch ihre nicht selten vorkommende Lärmempfindlichkeit, ihre große Ängstlichkeit oder ihr ausgeprägter Gerechtigkeitssinn sein. Das "dominante" Verhalten einiger hochbegabter Kinder führt manchmal zur Ablehnung durch andere.
Bevor man die Ursachen für ein solches Verhalten nicht abgeklärt hat, sollte man diese Kinder nicht als unsozial abstempeln.
Da die Entwicklung der Kinder nicht gleichmäßig verlaufen muss, sie Entwicklungsvorsprünge haben, aber auch Schwächen zeigen können, fällt bei diesen Kindern oft eine motorische Schwäche auf.
Es gibt auch begabte Kinder mit Teilleistungsstärken, LRS, Wahrnehmungsstörungen, auditive Verarbeitungsstörungen und AD(H)S. In diesen Fällen wird das Erkennen dieser Kinder besonders schwer und der defizitorientierte Blick der Pädagogen macht sich zum Nachteil dieser Kinder bemerkbar. Ebenso schwierig gestaltet sich die Erkennung von Kindern mit Migrationshintergrund oder aus bildungsfernen Familien. Verhaltensauffälligkeiten, die durch eine Unterforderung entstehen können, werden oft als Überforderung interpretiert.
Sehr schwer zu erkennen sind in diesem Alter die Mädchen. Sie passen sich an und zeigen ihr Wissen und Können nicht. Sie leiden bei Unterforderung häufiger unter Bauch- und Kopfschmerzen, während Jungen eher zum Kasper oder Clown werden.
Um den Hochbegabten, vor allem aber den Mädchen, gerechter zu werden, sollte öfter zur vorzeitigen Einschulung seitens des Kindergartens geraten werden.
Der Kindergarten bietet diesen Kindern nur selten eine echte Herausforderung. Auch nach PISA liegt in vielen Einrichtungen der Schwerpunkt noch immer auf Pflege und Betreuung. Nach wie vor sind die Gruppen zur individuellen Förderung viel zu groß. Dass (frühe) Kindheit, das Zeitalter des Lernens ist, hat sich leider unter den Verantwortlichen noch nicht herum gesprochen.
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